Ich bin die, die dich ermutigt. Die an dich glaubt, wenn du es selbst gerade nicht kannst. Mit meinen Coachees bin ich geduldig und verständnisvoll. Und dann steh ich abends in meiner eigenen Küche, irgendwas ist wie immer liegengeblieben, und in meinem Kopf legt eine Stimme los, die würde ich keiner*m einzigen Coachee zumuten. Nicht ständig. Ich kenne das Muster und komme meistens schnell wieder raus. Aber immer mal wieder, bis heute. Als eigene Coachin hätte ich mich da längst gefeuert. Ich schreibe diesen Text also nicht nur für dich, sondern auch ein bisschen für mich. Weil ich ihn selbst ab und zu lesen muss.
Warum liebst du dein Kind?
Doch sicher nicht, weil es perfekt funktioniert, immer leise ist und alles richtig macht. Du liebst es, weil es da ist. Weil es deins ist. Punkt.
Und während wir unseren Kindern diese Liebe ganz selbstverständlich schenken, sind wir mit uns selbst oft gnadenlos. Unser innerer Dialog klingt dann eher nach Druck, Kritik oder ständiger Selbstoptimierung. Wie ist das bei dir? Hängst du deinen Wert an Bedingungen: erst wenn du lieferst, bist du okay? Wie sprichst du mit dir selbst, wenn du zweifelst? Wie gehst du mit dir um, wenn du erschöpft bist oder einen Fehler machst? Wie oft sagst du dir: „Stell dich nicht so an.“ „Andere kriegen das doch auch hin“? Sätze, die du deinem Kind nie an den Kopf werfen würdest.
Es zeigt sich aber auch in anderen Bereichen deines Lebens:
Würdest du dir für dein Kind Beziehungen wünschen, in denen es sich ständig zurücknimmt? Vermutlich nicht. Lebst du ihm*ihr das dennoch gerade vor, dann darfst du das hinterfragen.
Oder schau auf deine Gesundheit. Dein Kind darf müde sein und auch mal schlechte Laune haben. Ist es krank, darf es zu Hause bleiben und sich ausruhen. Du schleppst dich trotzdem durch den Tag. Die Pause nimmst du dir oft erst, wenn dein Akku längst leer gelaufen ist und gar nichts mehr geht. Das mutest du nicht mal deinem Handy zu.
Du hast alle(s) im Blick und oft zu wenig dich selbst. Also sag ich dir genau das, was ich auch meinen Coachees sage: Du bist wichtig. Einfach so. Und nicht erst, wenn du genug geleistet hast und dies oder das erledigt ist.
Was wäre, wenn du mit dir selbst genauso liebevoll wärst wie mit deinem Kind?
Die wichtigste Beziehung in deinem Leben ist die zu dir selbst. Sorge gut für dich, denn du bist der Mensch, der dich Tag ein, Tag aus begleitet – dein gesamtes Leben lang.
Dein inneres Gleichgewicht ist die Grundlage für ein stabiles Familienleben. Kennst du das mit der inneren Schale? Erst wenn deine so voll ist, dass sie überläuft, kannst du anderen aus diesem Überfluss heraus etwas abgeben. Anderenfalls schöpfst du womöglich so lange aus deinem Rest, bis es dich deine letzte Kraft kostet und nichts mehr übrig bleibt.
Und falls dir das als Grund noch immer nicht reicht, auch hier noch einmal der Bezug zu deinem Kind: Kinder lernen vorrangig durchs Vorleben. Sie schauen weniger auf unsere Worte als auf das, was wir tun. Wenn du deinem Kind vorlebst, dass man funktioniert, bis nichts mehr geht, dass die eigenen Bedürfnisse immer hinten anstehen, dann lernt es: So macht man das. Und unter Umständen nimmt es diese Erfahrung mit ins eigene Leben. Wenn es hingegen sieht, dass du dir selbst mitfühlend begegnest und dich selbst mit Respekt, Fürsorge und Geduld behandelst, verinnerlicht es auch für sich: „Ich bin wertvoll (auch wenn ich Fehler mache). Ich darf sein, wie ich bin“.
Jetzt kann ich deine Frage: „Wie soll das denn gehen? Mein Tag ist so voll, mir bleibt für sowas keine Zeit.“ schon fast hören. Berechtigte Frage. Eine Antwort in zwei schnellen Zeilen am Ende, die für alle passt, gibt es nicht. Deshalb kommt dazu bald ein eigener Text: Über kleine, machbare Schritte im vollen Alltag – auch mit kleinen Kindern.
Und wenn du Lust hast, Wege zu finden, die genau zu dir und deiner Lebensrealität passen, dann freue ich mich darauf, das Thema gemeinsam mit dir anzugehen. Melde dich gerne hier für ein unverbindliches Kennenlerngespräch an.
Für den Moment reicht ein Anfang: Gönn dir heute eine einzige Sache, die du deinem Kind sofort zugestehen würdest und dir selbst meistens nicht: Ausreichend Schlaf, Freizeit, ein Eis…
Du musst es dir nicht verdienen. Mach es, weil du es bist. Weil du wichtig bist.