Die Sperrnächte – bewusst abschließen, bevor das Neue beginnt

In den letzten Jahren haben die Rauhnächte wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Viele kennen die damit verbundenen Rituale. Weniger bekannt sind die Sperrnächte. Sie liegen zwischen dem 8./9. und dem 19./20. Dezember. Auch hier ist jede Nacht einem Monat zugeordnet – allerdings dem des vergangenen Jahres.

Die Sperrnächte markieren eine Zeit des Rückblicks. Sie laden dazu ein, das alte Jahr bewusst zu beenden, bevor etwas Neues beginnt.
Was ist alles in den letzten Monaten passiert?
Was wirkt noch nach?
Was ist offen geblieben und braucht eventuell noch einmal Aufmerksamkeit?

Gerade zum Jahresende läuft vieles automatisch weiter. Termine, Gedanken, Erwartungen, offene Themen. Der Kalender wechselt, aber innerlich bleibt ohne bewussten Rückblick oft einiges offen – innerlich wie äußerlich. Und wer das Alte nicht abschließt, nimmt es oft unbemerkt mit ins Neue

Was willst du nicht mit ins neue Jahr nehmen?

Unerledigtes, Ungeklärtes und Aufgeschobenes bindet kognitive Energie und erschwert es, wirklich präsent zu sein oder in einen Flow zu kommen. Das können vermeintlich ganz kleine Dinge sein – doch sie laufen im Hintergrund permanent mit. Diese offenen Themen belasten das Gehirn und blockieren oft mehr, als man denkt.

Die Sperrnächte eignen sich deshalb besonders gut zum Reflektieren und Journaling. Für jeden Monat kannst du dir zum Beispiel dieselben Fragen stellen:

  • Was war in diesem Monat herausfordernd?
  • Was oder wer hat mir Energie gegeben?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was ist mir gut gelungen?
  • Gibt es noch etwas, das ich abschließen oder vergeben möchte?

Es reicht, Stichworte zu notieren. Du musst nichts ausformulieren, nichts bewerten, nichts erklären. Oft entsteht schon durch das Aufschreiben mehr Klarheit, als man vorher erwartet hätte.

Auch im Außen lässt sich diese Zeit gut nutzen. Kleine, überschaubare Aufgaben: den Vorratsschrank oder Kühlschrank durchsehen und abgelaufene Lebensmittel entsorgen, offene Rechnungen bezahlen, Papierkram sortieren, liegengebliebene To-dos erledigen. Dinge, die sonst gern mit ins neue Jahr rutschen. Äußere Ordnung kann innere Klarheit erleichtern – und umgekehrt.

Dabei gilt: Du musst nicht alles auf einmal machen. Es kann sinnvoll sein, sich jeden Tag ein kleines Zeitfenster zu setzen, um nicht in Überforderung zu geraten. Die Sperrnächte müssen auch nicht vollständig „durchgearbeitet“ werden. Auch ein einzelner Abend kann reichen, um innerlich aufzuräumen und Platz zu schaffen. Das Tempo ist dabei nicht entscheidend. Es ist viel mehr eine Einladung das alte Jahr bewusst abzuschließen, damit im nächsten Schritt Raum für Ausrichtung entstehen kann.

Wer möchte, kann diese neu gewonnen Ruhe und Klarheit ganz unterschiedlich nutzen: Manche schreiben ein paar Sätze zu dem, was sie im neuen Jahr stärken möchten. Andere halten Ideen visuell fest, sortieren ihre Vorhaben oder formulieren wenige, realistische Vorsätze, die im Alltag tatsächlich umsetzbar sind. Auch die Rituale rund um die Rauhnächte können sich daran anschließen. Was davon für dich passt, entscheidest du selbst. Die Grundlage bleibt dieselbe: weniger Ballast, mehr Übersicht und ein bewusster Übergang ins neue Jahr.

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