Fünf Tage Wichtelzauber – und wie kleine Momente unseren Dezember verändern

Nachdem ich im letzten Artikel erzählt habe, wie sich die Stimmung bei uns verändert, sobald der Advent beginnt, möchte ich euch heute mitnehmen in die ersten fünf Tage mit unserem kleinen Dezemberbesucher. Denn auch wenn er ein sehr minimalistischer Wichtel ist, hat er wieder erstaunlich viel in Bewegung gesetzt.

Ein Parcours quer durch die Wohnung

In der ersten Nacht nach seiner Ankunft hat er die Kinder auf eine Reise geschickt: Kissen, Decken, Bücher und ein Hocker verwandelten den Weg zum Flur in einen kleinen Parcours. „Der Boden ist Lava!“ stand in seinem Brief – und genauso wurde es gespielt. Die beiden hangelten sich von Hinweis zu Hinweis, nahmen sich an die Hand, lachten, balancierten und am Ende standen sie gemeinsam und voller Stolz vor der kleinen Wichteltür. Ein erster Funke Weihnachtsfrieden, der sich ganz leise in den Morgen zwischen die Geschwister geschlichen hat.

Die Tannenbäumchen und das verschwundene Gummibärchen

Am Vorabend hatten die Kinder dem Wichtel kleine Tannenbäumchen vor die Tür gestellt und Gummibärchen in den Briefkasten gelegt. In der Nacht hat er die Bäumchen mit einer Lichterkette verbunden, die Gummibärchen genascht und den Frühstückstisch zum Dank festlich dekoriert – mit Luftschlangen, Knicklichtern und reichlich Konfetti. Am Morgen haben die Kinder das kleine Arrangement entdeckt und sich richtig gefreut, dass der Wichtel ihnen auf diese Weise geantwortet hat. In diesem Moment haben sie gespürt, dass das, was sie gemacht haben, gesehen und wertgeschätzt wird – und irgendwie auch, dass sie wichtig sind, so wie sie sind.

Ein Wichtel im Malfieber

An Tag drei haben wir überall Stifte gefunden. Wirklich überall.
Der Wichtel hatte sich nachts leise ins Schlafzimmer geschlichen. Zwischen den Kopfkissen der Kinder hat er gesessen und sie gemalt – konzentriert und voller Begeisterung. Die Bilder, die wir morgens auf dem Boden fanden, waren überraschend gut getroffen. Die Kinder waren erstaunt, wie genau der Wichtel sie „abgemalt“ hatte. Sie haben winzige Details bemerkt und sich darüber gefreut, dass er sie so genau wahrgenommen hat.

Die große Modenschau der Kuscheltiere

Dann wurde es turbulent: Die Kuscheltiere hatten – so berichtete er – „einfach so“ beschlossen, eine Modenschau zu starten. Die Kleidung der Kinder wurde kreativ zweckentfremdet: Socken auf Ohren, Mützen als Umhänge, wild gemixte Outfits. Die Minions spielten Jury, mit Bewertungskarten und viel „BANANA!!!“ Als die Kinder das morgens entdeckten, haben sie laut gelacht. Immer wieder blieben sie stehen, schauten genauer hin, freuten sich über all die kleinen verrückten Details und entschieden dann gemeinsam: Alle Outfits verdienen 10 von 10 Punkten.

Ein winziger Abschiedsgruß – und ein angebissener Keks

Am fünften Tag lag ein winziger funkelnder Brief vor seiner Tür. Eine Einladung zur großen Weihnachtswichtelversammlung – ein Ereignis, das nur einmal im Jahr stattfindet. Zurück blieb ein halb angebissener Keks auf den Tellern der Kinder – der Wichtel hatte es eilig und sein Frühstück nicht mehr geschafft. Ein Wichtel kann schließlich nicht einfach wegbleiben, ohne Bescheid zu sagen. Praktisch für uns, denn die Kinder sind in den nächsten Tagen beim Papa und so verpassen sie nichts.

Fazit: Staunen lernen von unseren Kindern

In diesen fünf Tagen mit dem Wichtel zeigt sich etwas, das uns Erwachsenen oft verborgen bleibt: Wie viel Lebendigkeit, Kreativität und Verbundenheit schon in den kleinsten Momenten steckt. Ein Parcours aus Kissen, ein festlich dekorierter Tisch, eine Kuscheltiershow – für die Kinder sind das winzige Abenteuer, eine Einladung zum Lachen, Staunen, Entdecken und Ausprobieren

Wenn wir ihnen dabei zusehen, merken wir: Kinder leben den Moment. Sie kooperieren, helfen sich, entwickeln eigene Ideen – ganz nebenbei, ohne dass ein Erwachsener eingreifen muss. Sie erinnern uns daran, dass Kreativität, Freude und Verbundenheit nur selten vom Aufwand abhängen, sondern von der Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt.

Vielleicht liegt genau darin die Magie des Wichtels: Der Einladung, öfter einfach hinschauen, hinzuhören und mitzuerleben.

Wann habt ihr zuletzt im Alltag einfach so gestaunt?

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